Nach der recht durchzogenen ersten Saisonhälfte mit vielen Problemen habe ich mich entschieden, meine “Sommerferien” in Österreich zu verbringen. Und zwar wollte ich nur so zum Spass bei der Erstaustragung von PEAKBREAK teilnehmen. 1000km und 18’000hm mit dem Rennrad durch unser Nachbarland – der 3. Schlussrang war dann die überaus erfreuliche Ausbeute und ich habe die freude am Rennen fahren wieder gefunden. Was will man mehr?
Etappe 1, Graz – St. Veit an der Glan, 157 km, 2.600 hm
Sonntag morgen um 9 Uhr war der Start, freigegeben durch den Ex-Profi Peter Luttenberger. Die ersten Kilometer aus Graz hinaus waren neutralisiert. Eine gute Gelegenheit, sich schon einmal im Feld umzusehen nach möglichen Konkurrenten. Wobei ich eh überhaupt keine Ambitionen hatte, da ich wirklich nur mitfahren wollte und auf kein Resultat aus war.
Schon im ersten Anstieg machte der Deutsche Spitzenfahrer Joa Weber mächtig Dampf und zog davon. Das war natürlich auch das Signal für den Rest des Feldes und es wurde zügig zum ersten Pass, dem Soboth hinauf gehetzt. Wie schon so oft dieses Jahr, war ich schon ziemlich “anschlägig” und konnte mich nur mit Mühe in der Verfolgergruppe halten. Schlussendlich kam ich dann zu meiner grossen Überraschung noch als 5. (meinen Sprinterqualitäten sei Dank) im Ziel an.
Etappe 2, St. Veit – Lienz, 184km, 2400hm
Heute war schon die erste richtig lange Etappe auf dem Programm. Und ich fühlte mich beim Start noch ziemlich müde vom Vortag. Das konnte ja heiter werden! Zum Glück aber waren die ersten ca. 100km ziemlich flach und das Feld war noch einigermassen beisammen bis es auf das Nassfeld hinauf ging. An der Spitze wurde natürlich schon wieder richtig attakiert, und ich hatte teilweise alle Mühe, sogar in der Fläche das Hinterrad meiner Konkurrenten halten zu können. Heute wurde mir definitv bewusst, dass man auch in der Ebene Anschlag fahren kann. Wir kamen wieder in einer kleinen Gruppe im Ziel an, diesmal musste ich mich aber im Sprint geschlagen geben.
Etappe 3, Lienz – Kizbühel, 141km, 2400hm

Die 3. Etappe über den Grossglockner war sicher die Königsetappe des Peakbreak. Die Österreicher haben mir schon am Vorabend alle möglichen Schauermärchen über diesen Pass erzählt. Ich liess mich davon aber nicht beeindrucken, schliesslich haben wir in der Schweiz auch so einige hohe Pässe.
Um dem Verkehr etwas auszuweichen, war der Start heute schon um 7 Uhr in der früh. Und es ging auch gleich los! Nach ca. 3 km am Iselsberg fuhren die ersten drei schon weg. Ich merkte schon bald, dass es mir heute gut laufen würde und so kam ich ohne Mühe über den ersten kleinen Berg. Die paar wenigen übrig gebliebenen Mitstreiter beschwerten sich dann auch schon über mein Tempo. Ich wollte jedoch nicht rumtrödeln und fuhr dann vom Fuss des Grossglockners mein eigenes Tempo zur Passhöhe durch. Als 4. erreichte ich die Passhöhe. Aus sicherheitstechnischen Gründen wurde die spektakuläre Abfahrt vom Fuschertörl zur Mautstation vor Bruck aus der Zeit gerechnet, um eine Tempojagd bergab zu vermeiden. So war die Abfahrt sozusagen ausser Konkurrenz, erst unten lief die Zeit weiter. Dort war ich noch immer alleine und fuhr so auf Teufel-komm-raus Richtung Passturn, welchen ich fast komplett in der grossen Scheibe hinauf fuhr. Die letzten 25km hinunter nach Kitzbühel wurde ich dann von der Polizei begleitet – ein geiles Gefühl, wenn der Motorradpolizist vor einem den ganzen Verkehr wegscheucht!
Ich kam dann fix und fertig als 4. im Ziel an. Doch leider habe ich trotzdem etwas Zeit auf meine Verfolger verloren, da Sie den zweiten Teil in der Gruppe schneller fahren konnten. Schade, aber eine super Etappe war es trotzdem!
Etappe 4, Kitzbühel – Kitzbühler Horn, 11 km, 900 hm

Heute war der Start erst um 10 Uhr, denn die Etappe war extrem kurz. Einmal aufs Horn hoch sollte genügen. Doch der Weg war steil und brutal hart. Ich hatte zu Beginn noch etwas Mühe, in Schwung zu kommen, doch gegen Ende hin hatte ich richtig Kraft und konnte mir noch den dritten Etappenrang sichern! Ein super Gefühl! Langsam hat mich also doch das Rennfieber gepackt!
Den Rest des Tages haben wir mit Schlafen, Kaffetrinken und sonstigen nicht anstrengenden Tätigkeiten verbracht.
Etappe 5, Kitzbühel – Bad Mitterndorf, 182 km, 2800 hm

Heute wartete die Etappe mit vielen Höhenmetern auf uns – insgesamt waren fünf Berge und 2800hm zu überwinden, das ganze auf 182 Kilometer verteilt. Dazu gesellte sich nach den letzten wirklich brutal heissen Tagen Regen. Die gestrige Massage liess meine Beine auch noch wie Pudding anfühlen; das lassen wir also das nächste mal lieber sein. Dazu kam, dass Joa Weber bei der ersten Verpflegung urplötzlich angriff, während wir und alle noch am versorgen waren. Dies führte zu einigem Unmut im Feld und wir machten uns in einer Sechsergruppe auf die Verfolgung des Übeltäters. So fuhren wir halt früher als erwartet schon voll Tempo und gaben uns auf auf den nassen Strassen richtig die “Kante”. Christoph Strasser und Markus Wilfling probierten es dann sogar nochmals alleine, aber der Ausreisser war nicht mehr einzuholen. Völlig durchnässt und fertig mit der Welt war ich heute froh, war das Hotel gleich ein paar Meter neben dem Ziel. An diesem Abend machte ich mir echt Gedanken, wie ich den Rest noch überstehen sollte.
Etappe 6, Bad Mitterndorf – Judenburg, 130 km, 2.200 hm

Ziemlich müde – mental und physisch – stand ich heute morgen am Start. Ich hoffte, diese Etappe einfach irgendwie zu überstehen. Egal wie, hauptsache ankommen!
Doch nach ca. einer Rennstunde waren die Beinchen wieder richtig auf! Anscheinend machte sich meine Klasse doch noch langsam bemerkbar. So beschloss ich, heute nochmals etwas zu probieren und verschärfte das Tempo im Feld (die ersten waren schon wieder ausgerissen) etwas. Schon schnell entstand ein kleines Loch, und ich merkte, dass meine Konkurrenz heute ziemlich müde und kaputt war. Ich liess mich wieder zurückfallen, und als wir dann gemeinsam auf den ersten Aureisser auffuhren attackierte ich! Oben am Sölkpass hatte ich schon den letzten Flüchtigen überholte und ich stürzte mich mit vollem Risiko in die Abfahrt. Von nun an fuhr ich die letzten 2,5h volles Limit! Zwei “kleinere” Berge waren noch zu bewältigen und das letzte flache Teilstück fuhr ich fast nie unter 40km/h Richtung Judenburg. Den ersten konnte ich nicht mehr einholen aber als Tageszweiter war ich heute überglücklich! Ich fuhr heute um mein Leben und wurde dafür belohnt! Wenn ich auf der Schlussetappe nur nicht dafür büssen muss…
Etappe 7, Judenburg – Graz, 186km, 2.900hm
Die letzte Etappe war auch die längste mit einigen Höhenmetern – ein echter Brocken zum Schluss! Wie es sich gehört, fuhren wir im Feld gemeinsam bis zum Fusse des ersten Berges, wo es nach der ersten Verpflegungsstation dann richtig los ging. 
Joa Weber (übrigens Drittplatzierter bei der EM im Einzelzeitfahren der Master Elite) griff dann auch heute an der Spitze an und fuhr sein Rennen. Christoph und Markus machten sich auf die Verfolgung. Der Rest von uns machte sich (mal wieder im Dauerregen) einen “gemütlichen” Tag. Wir fuhren mehr oder weniger geschlossen in einer Zehnergruppe Graz entgegen – man wollte sich heute nicht mehr weh tun. So bogen wir dann auch mit fast 3/4h Verspätung auf die Spitze auf der Zielgeraden ein. Den obligaten Sprint konnte ich dann aber doch noch für mich entscheiden! Was sein muss, muss sein…
3. Schlussrang
So bin ich dieses Jahr doch noch zum ersten Erfolgserlebnis gekommen! Ohne spezifische Vorbereitung, dafür mit der Erfahrung von einigen Etappenrennen durfte ich eine tolle Woche mit je einem zweiten und dritten Etappenrang und dem verdienten 3. Schlussrang in der Hauptkategorie erleben. Ich habe das Gefühl, jetzt wieder langsam richtig Fuss gefasst zu haben und werde probieren die Form noch etwas ausubauen, um dann in der zweiten Saisonhälfte nochmals zuschlagen zu können.
Die Woche war zwar nicht wirklich eine Ferienwoche, aber ich habe wieder viele neue Eindrücke und Freunde gewonnen. Wir waren echt eine tolle Truppe; allen voran die coolen Typen, welche jeweils mit mir im gleichen Hotel nächtigten. Mit dem österreicher Christoph Strasser durfte ich auch Bekanntschaft mit dem hoffentlich nächsten grossen RAAM-Gewinner machen. Wir werden uns bestimmt wieder mal sehen, entweder als Konkurrenten oder auch einfach nur so zu einem kühlen Bierchen…





Kommentar by Müller Nicole // 6. August 2008 @ 22:27
Hoi Pascal
Herzliche gratulation. du hast jetzt wirklich oft unten durch müssen und ich hoffe dieses Rennen war der Auftakt zu weiteren tollen Resultaten.
Grüessli Nicole
Kommentar by Markus Wilfling // 11. August 2008 @ 19:23
Gratuliere zur tollen Leistung beim PeakBreak.
Tu bist ein super Sportsmann, nur weiter so!!
Lg Markus!
Kommentar by Michel Godart // 15. September 2008 @ 19:17
hoi päscu
freut mich mega dass es dir ändlich wieder besser lauft! chan dir jo no füehle wies isch wenn mer so viel git und d resultat eifach ned das zeige wo mer sich vorstellt.
hoffe dass es bald wieder so tolls z läse git.
gruess michel